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| Aschaffenburg, Colos-Saal, 28.01.2009 |
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Mal wieder ein WISHBONE ASH Konzert, und hätte da nicht die Möglichkeit bestanden, 'my main man' Mr. Powell himself zu interviewen, hätte ich wahrscheinlich müde abgewinkt. Kennt man, kennt man, kennt man.
Und hätte mich damit um zwei bis drei Stunden vorzüglicher Rockmusik gebracht. Powell weiß um die Wünsche seines Publikums.
Enter stage Jimmy Bowskill Band. Jimmy ist der junge Mann hinter der Gitarre, und wenn ich jung sage, ist das so - er ist gerade 18 Jahre. Andy hatte im Interview erwähnt, dass Jimmy Bluesrock spielt, und so war ich gewappnet; anders die Menge vor der Bühne, weshalb Jimmy die schwere Aufgabe hatte, als völlig Unbekannter diese Menge zu erobern.
Das ist erfahrungsgemäß in keinem Job einfach, und so erhielt Far From Reality nur höflichen Applaus. Der Rattlesnake Shake ist natürlich ein sichere Bank, und der alte Fuß fing an, mitzuwippen.
FREEs I'll Be Creepin' kam gut, und dann hatte sich die Band warm gespielt, und der Bluesrockzug nahm Fahrt auf Richtung Fun City. Jimmys Backing Band mit einem sich ständig windenden Bassisten baute ein solides und gut gespieltes Fundament, auf dem er dann seine Soloflüge durchführen konnte und neben vorzüglicher Gitarrenarbeit auch zeigte, was für ein famoser Sänger er ist. Herausragend die Perfomances im Slow Blues Loser mit schönem Gesang, und vor allem die langen, variantenreichen und wechselnde Tempi darbietenden Soli in The Kara-dag. Rauswurf mit 3 O'Clock, und wenn ich mit 18 so selbstsicher und versiert auf der Bühne hätte stehen können, wäre ich jetzt ebendort.
Nervig das Gebrabbel der Leute, die sich über die letzten Moden und weiß-ich-was unterhalten mussten. Hey, Folks, wenn euch das nicht gefällt, was da vorne gespielt wird, habt wenigstens die Höflichkeit, die Klappe zu halten. Der spielte sich den Arsch ab, da kann man im zumindest zuhören oder draußen eine rauchen.
Also notieren: JIMMY BOWSKILL BAND mal anhören, und hier die bald erscheinende Review zu "9" lesen. Übrigens, der FREE-Song wurde nicht zufällig ausgesucht - Jimmy gab zu, gerade Paul Kossoff zu entdecken...
Jimmy Bowskill: Guitar, Vocals
Waren Deadder: Bass
Al Cross: Drums
Set List:
Far From Reality
Rattlesnake Shake
I'll Be Creepin'
Ride A Pony
Link Into Your Chain
The Rumble
Diamond Ring
Loser
The Kara-dag
3 O'Clock
Dann kamen die Heroen, und lieferten ein saugute Show ab. Links und rechts am Bühnenrand zwei Screens, auf denen passend zur Musik entweder Muster, Bilder (der Warrior etwa) oder ein Kameraschwenk auf die jeweilige Leadgitarrenarbeit gezeigt wurden.
Los ging's mit Living Proof von "Just Testing". Der Song ist als Intro mit seinem dynamischen Aufbau und seiner rockigen Struktur bestens geeignet, und die Menge hörte nun auch schön brav zu, immerhin waren sie ja für ASH gekommen.
Weiter mit You See Red von "No Smoke Without Fire", zu meiner großen Überraschung, gehören doch beide Alben zu meinen ASH-Lieblingen, waren aber nicht auf der Set List in letzter Zeit. Die Vokalarbeit war gut - beide Songs sind ja mit ihrem mehrstimmigen Satzgesang nicht gerade einfach.
Nahtlos passte sich dann Manninens Driving The Wedge von "Power Of Eternity" an, ähnlich in seiner Struktur, schöne Gitarre-Vocal Harmoniearbeit, Manninen gab ihnen die Axt. Kein Qualitätsunterschied zwischen den alten und dem neuen Song, ASH ist 360° zurückgekehrt zur früheren Größe, und natürlich tat die Livedarbietung das ihrige, um die Songs in neuer Knackigkeit erstrahlen zu lassen (woran es den Studioalben ja oft etwas mangelt).
Bei You See Red verspielte sich Mr. Powell, war dann aber Gentleman und souverän genug, sich dafür zu entschuldigen. Und von da an war das ein Heimspiel. Growing Up, ebenfalls von "Power...", vielleicht noch die unbekannteste Nummer, aber dann ein Schock voll von ASH-Classics bis zu Engine Overheat von ASHs Versuch in Heavy Metal, was in dieses Konzert passte wie die Faust aufs Auge.
Dabei bot Vas Dis - mit perfektem jazzigen Scat Gesang wie im Original - dem neuen Drummer Joe Crabtree Gelegenheit, mit der Audience zu interagieren, die, angetrieben von Andy, in die Hände klatschend die Drumpattern von Joe wiederholte, bis er ein herausragendes Solos spielte - und sogar das war zu keiner Sekunde langweilig.
Das oberscharfe Phoenix mit toller Gitarrenarbeit von Wah-wah- & Slide-Muddy, dessen eher bluesiger Stil hörbar gut in die ASH Musik passt. Die Rhythmussektion um Joe und Bob Skeat ist sowieso ohne Fehl und Tadel. Und die Band hatte offenbsichtlich jede Menge Spaß. Gelungenes Konzert.
Alles in allem ist das jetzt eine hervorragende, auf allen Zylindern rockende Version von ASH, die man sich unbedingt antun sollte. Zu Blowin' Free gab es Bilder älterer ASH Versionen auf den Screens (auch Bilder eines jugendlichen Andy Powell), und man konnte nicht umhin anzuerkennen, wie Andy diese Band in einer Art und Weise am Leben erhält, die dem was in den USA oft von Classic Rock Acts geboten wird - same old song and dance - diametral und angenehm gegenüber steht. Und eins ist auch sicher - das ist nicht Andy Powell & Band sondern WISHBONE ASH.
Set List:
Living Proof
You See Red
Driving A Wedge
Growing Up
Sometime World
Way Of The World
Vas Dis
The King Will Come
Leaf And Stream
Throw Down The Sword
Engine Overheat
Hard Times
Phoenix
Jailbait
Blowin' Free
Ballad Of The Beacon
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