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| Few Short Lines, Repertoire Records, 2011 |
| Paul Jones |
Lead & Backing Vocals, Harmonicas |
| Tom McGuiness |
Lead & Rhythm Guitars, Baritone Guitar, Mandolin, Lead & Backing Vocals |
| Dave Kelly |
Slide Guitar, Lead & Rhythm Guitars, Wahwah Guitar, Acoustic Guitar, Dobro, Lead & Backing Vocals |
| Gary Fletcher |
Bass, Acoustic Guitars, Lead & Backing Vocals |
| Rob Townsend |
Drums & Percussion |
| Gäste: |
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| Linda Lewis |
Lead Vocals (My Brother Was A Sailor) |
| Southside Johnny |
Lead Vocals (Your Are True), Harmonica (You Can Dance To The Blues) |
| Maggie Bell |
Lead Vocals & Whistling (I Believe I'm In Love With You) |
| Mike Sanchez, Pete Wingfield |
Piano |
| Al Kooper |
Keyboards |
| Produziert von: The Blues Band & Bill Gautier |
Länge: 57 Min 41 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Few Short Lines | 8. Statesboro Blues |
| 2. My Brother Was A Sailor | 9. Suddenly I Like It |
| 3. Sway With Me | 10. My Toot Toot |
| 4. You Are True | 11. That's My Way |
| 5. Living With The Blues | 12. Road |
| 6. I Believe I'm In Love With You | 13. It Take Love |
| 7. Pay It No Mind | 14. You Can Dance To The Blues |
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Was war diese BLUES BAND für ein paar Platten und Jahre doch für eine Waffe. 1980 von 0 auf 100 mit dem vor lauter Rock'n'Roll-Euphorie berstenden "The Official Blues Band Bootleg Album" (die durchnummerierte Indie-Erstauflage von '79 ist längst ein Sammlerstück - ich besitze die #729), gleich danach ein feistes Konzert im Rockpalast, dann binnen zwei Jahren drei weitere Alben vollgepackt mit hochexplosivem Rhythm & Blues, der erstens so gut wie alle britischen Kneipenrock-Kollegen außer DR. FEELGOOD, NINE BELOW ZERO und ein paar nie über den Kanal gekommene Exoten in die zweite oder dritte Liga schickte und zweitens über den völligen Niedergang der amerikanischen Rockmusik in den frühen Achtzigern hinwegtröstete. Oh Mann, THE BLUES BAND war das echte Ding. Da konnte man hüpfen, "I ain't gonna work on Maggie's Farm no more" in tiefster politischer Verbundenheit schreien, breitbeinig dem Boogie frönen, den als Buchhalter getarnten Mördergitarristen Tom McGuinness bejubeln, messerscharfe Harmonica-Slidegitarrenduelle mit großen Ohren verfolgen und mit Paul Jones einen Showman der Extraklasse bewundern. Vier LPs und viele Konzerte lang war THE BLUES BAND neben Rory Gallagher und den immerwährenden QUO die Garantie für regelmäßigen Spaß in höchster Qualität.
Doch dann kam schon 1983 das seltsam schunkelnde Live-Album "Bye-Bye Blues", das die selbst erlebten Konzert-Gaudien in eigenartig lustloser Weise konterkarierte. Nicht nur, dass produktionstechnisch unzulässig eingegriffen wurde, die Publikumsgeräusche sind teilweise bizarr gewaltig für eine Band dieser Größenordnung - oder schlicht überhaupt nicht vorhanden. Es wurden auch Großtaten wie Flatfoot Sam schludrig abgenudelt und mit einem nicht besonders guten Harp-Solo versucht zu retten und Maggie's Farm war zu inhaltsleerem Mitsinggegröle verkommen. Auf "Bye-Bye Blues" wurde Leidenschaft durch Volkstümlichkeit ersetzt, und das war das (kreative) Ende für THE BLUES BAND.
Natürlich stimmt das so nicht ganz. Die Band hatte sich in den drei, vier Jahren zuvor einfach verausgabt und vor allem der eigentliche Taktgeber Dave Kelly wollte in ruhigere (Blues-) Gewässer. Man darf nicht vergessen, dass alle Bandmitglieder bereits vor 30 Jahren eine veritable Karriere hinter sich hatten und mit der BLUES BAND zu Beginn keine langfristigen Pläne schmiedeten - und doch wurde diese Band zur Rentenversicherung für die inzwischen längst ergrauten Herren.
Alles seit 1986, also seit "These Kind Of Blues", krankte an akuter Einfallslosigkeit und mangelndem Feuer. Ob unplugged oder mit Bläsern im Dutzend, THE BLUES BAND war keine Rock & Roll Band mehr. 2006 kam das letzte CD-Lebenszeichen in Form der Hommage "Thank You Brother Ray" (Charles) dann auch eher wie eine Bitte an die intellektuelle Blues-Hörerschaft im Rollkragenpullover, die Band doch endlich in den Walhall der Blues-Legenden aufzunehmen. Spannend war das alles längst nicht mehr. Es stellt sich natürlich die Frage, ob THE BLUES BAND im vierten Jahrzehnt ihres Bestehens noch halbwegs kräftig zubeißen kann, oder ob die Dritten nur noch für Mümmelblues taugen.
Tja, wie soll man es sagen, ohne jemandem zu nahe zu treten. So richtig zündet "Few Short Lines" nicht, obgleich Dave Kelly gleich zum Start ein sauberes Slide-Tischfeuerwerk auffährt und im Verlauf der CD diverse Hochkaräter Gastauftritte haben. Da fährt man nach gut 13 Minuten beinahe erschreckt zusammen, wenn das vom auch längst nicht mehr taufrischen Southside Johnny stark gesungene You Are True ziemlich down & dirty losrumpelt. Dieser Anfall von Bluthochdruck wird gleich danach von Tom McGuiness (Gesang) und Al Kooper (very smooth Keyboards) in einer Art Schlaflied kuriert und es dauert eine Weile, bis man realisiert, dass I Believe I'm In Love With You mit der immer noch famosen Maggie Bell zwar ein ganz dreistes Eigenplagiat ist, aber fein - wenn auch altersgerecht- fetzt. Das ist es, was diese Band ausmacht, Gute-Laune-R&B, nicht dröger Kammer-Blues. Auch wenn's ein Cover von Kim Wilsons FABULOUS THUNDERBIRDS ist, beinahe wäre der Drive von damals wieder dagewesen.
Die grundsätzlich völlig unnötige siebzigtausendste Neuauflage des Statesboro Blues beeindruckt mit einem neuen Arrangement, das verblüffenderweise ganz weit entfernt vom ansonsten bis zum Überdruss gespielten Oldie ist. Kelly und McGuiness lassen es an den Gitarren richtig fliegen und trösten über Paul Jones' Talk-Blues Suddenly I Like It hinweg, der wieder wie aus dem Pensionärsheim daherschleicht. Rockin' Sidneys Zydeco-Pop My Toot Toot ist so nett wie überflüssig und Gary Fletchers Folk-Blues That's My Way erklärt sehr genau die leicht bürgerliche Lebenseinstellung der alten Herren.
Funky und sehr lebendig hingegen Road, das von Al Koopers Rhodes (klingt jedenfalls so) bedampft wird und Rob Townsend am Schlagzeug endlich die Gelegenheit gibt, aus dem Blues-Einerlei auszubrechen. Tom McGuiness hat sie auch noch drauf, die alten Schräglagen, mit denen er einst die Clubs begeistert hat. Jones und Kelly schmettern gemeinsam It Take Love und mit ein wenig mehr Punch von Townsend hätten wir einen echten Knaller. Das ist einfach stark, wie McGuiness kleine giftige Licks einstreut und die beiden Sänger schreien. Überhaupt ist der zweite Teil von "Few Short Lines" der eindeutig agilere. Die Behauptung You Can Dance To The Blues stimmt in diesem Fall vollkommen und beschert endlich mal wieder einen leicht knödelnden aber richtig kraftvoll singenden Paul Jones zur Harp von John "Southside" Lyon.
Drei langweilige Nummern weniger und "Few Short Lines" wäre ein klasse Album geworden, so ist es ein durchaus erfreuliches mit nur leicht geriatrischen Ansätzen. Man darf Respekt vor der BLUES BAND haben, denn eigentlich hätte man so viel Spaß nicht mehr erwartet.
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