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Breathless

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Breathless
Breathless, Madamadorè, 2011
MADame MADness Guitars, Backing Vocals
Matteo Carrai Lead Vocals
Azusu Drums & Percussions
Fool Rabbit Bass
Alessandro Biondi Keyboards, Backing Vocals
Gäste:
Alessio Crocetti Saxophone
Alessandro Marzi Rap-/Soul Voice, Backing Vocals
Länge: 46 Min 39 Sek Medium: CD
1. Shake Your Body To The Disco Hell6. Big Mistake
2. Something Illegal Inside My Life7. Midnight Queen
3. Don't Waste More Tears8. I Wanna Fall In Love
4. American Show9. Fly
5. Happy For Another Night10. Hidden Track

So ungefähr 20 Jahre zu spät kommt die italienische Band SUSHI RAIN mit ihrem gar nicht so atemlosen Album "Breathless" daher. Funk Metal ist nicht der Renner der letzten Saisonen gewesen, aber mit ein wenig Mühe kann man sich noch an ein paar Bands erinnern, die mit eben dieser Musik ganz schön Bewegung in die Tanzsäle brachten. SUSHI RAIN selbst nennen so gut wie alle in Frage kommenden Genregrößen als Vorbilder, so richtig hörbar ist nur eine: EXTREME. Und die sind kein übler Ratgeber für eine Band aus der Kleinstadt Montespertoli in der Toskana.

Es braucht ein paar Durchläufe, bis man "Breathless" richtig verinnerlicht hat. Das liegt nicht an handwerklichen Mängeln der fünf Italiener, die Jungs sind mächtig gut, es liegt daran, dass die Dreiviertelstunde vordergründig manchmal etwas arm an Höhepunkten ist. Irgendwann merkt man, dass das gar nicht stimmt, in Wirklichkeit fehlt nur dieser eine, alles überragende Hit, sei es ein Knacker wie einst Get The Funk Out oder gar eine Funk-ferne Ballade wie More Than Words. Aber bitte, solche Jahrhundertsongs schreiben sich nicht beliebig, also kein Vorwurf an dieser Stelle, SUSHI RAIN haben durchaus fast alles richtig gemacht. Man höre sich nur den überragenden Gesang von Matteo Carrai bei der Halbballade Don't Waste More Tears an. Wie ein Hybrid aus Gary Cherone und Axl Rose lässt er einem tatsächlich eine Gänsehaut wachsen. Das zugehörige Gitarrensolo von MADame MADness lässt auch keine Frage offen. Überhaupt, die Gitarre. Da ist einer mit seltsamem Pseudonym und gewöhnungsbedürftigem Bühnenoutfit unterwegs, der sich alle einschlägigen Großmeister draufgeschafft hat. Von Bettencourt über Edward Van Halen zu Paul Gilbert oder auch Dave Navarro (JANE'S ADDICTION), der ebenfalls ein großer Hendrix- und Page-Fan ist, ist bei MADame MADness so gut wie jeder Trick zu hören. Und das nicht banal plagiiert, sondern individuell und gekonnt adaptiert. Alle Achtung.

"Breathless" rockt schwer und funkt derbe, gründelt bisweilen in balladigen Klängen und überrascht zwischendurch mit satten Bläsersätzen (American Show zieht einem die Jacke aus) oder einem jazzigen Intermezzo, dazu macht der Drummer gewaltig Bambule und der Mann am Bass hat wohl einen Intensivkurs bei Doug Wimbish von LIVING COLOUR belegt.
In Summe ist das ein verdammt gutes Album geworden. Nur eben aus der Zeit gefallen und als reines Indie-Produkt eher chancenlos. Wo ist da der lokalpatriotische Support von beispielsweise Frontiers Records aus Neapel? Die haben seit ein paar Jahren auch EXTREME unter Vertrag.

Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 20.12.2011


 
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