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| Shibuya Nights - Live In Tokyo, Esoteric Recordings, 2011 |
| Michael Günther |
Bass |
| Michael Hoenig |
Keyboards and Synths |
| Gustl Lütjens |
Guitars, Acoustic Guitars |
| Burghard Rausch |
Drums, Percussion |
| Lutz Graf-Ulbrich |
Guitars, Acoustic Guitars, Ukulele |
| Gäste: |
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| Issey Ogata |
Ukulele |
| Produziert von: Michael Hoenig |
Länge: 74 Min 00 Sek |
Medium: CD |
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| 01. You Play For Us Today | 08. Laila |
| 02. Sahara City | 09. Nomads |
| 03. In The Silence Of The Morning Sunrise | 10. A Quiet Walk |
| 04. Shibuya Nights | 11. Das kleine Uhrwerk |
| 05. First Communication | 12. Malesch |
| 06. Dialogue & Random | 13. Drifting |
| 07. Ala Tul | 14. Rücksturz |
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„Hallo Michelle, hast Du eigentlich die CD “Shibuya Nights“ von AGITATION FREE bekommen und trifft die Musik deinen Geschmack?“ Diese Frage erreichte mich vor einiger Zeit von der Promoterin. Tja, eigentlich bin ich kein großer Freund von Musik ohne Gesang. Eigentlich, denn es gibt Ausnahmen, und zu diesen zählt die Musik von AGITATION FREE.
Was ich der Promofrau bislang nicht verraten habe ist, dass ich mit “River Of Return“ aus dem Jahr 1999 eine CD der Truppe in meiner Sammlung habe und die Mucke positiv in meiner Erinnerung haften geblieben ist.
Die Band hatte sich 1967 gegründet und in den frühen 70ern zwei Studioalben mit den Titel “Malesch“ und “2nd“ herausgebracht. Den letzten Schliff erhielten die Alben im Elektronik Beat Studio Berlin unter der Leitung von Thomas Kessler. Dieses Studio war auch kreatives Zentrum für Berliner Gruppen wie ASHRA TEMPLE, TANGERINE DREAM und KLAUS SCHULZE. All diese Namen werden auch mit der „Berliner Schule“ in Verbindung gebracht, also einer Stilrichtung der Elektronischen Musik. Nun aber zurück zu AGITATION FREE, die sich 1974 erstmals auflösten.
Das von mir bereits erwähnte Werk aus dem Jahr 1999 ist entstanden als sich die Musiker wiedervereint hatten, allerdings fehlt Michael Hoenig in der Besetzungsliste.
2007 wurde der Keyboarder Michael Hoenig als Wachsfigur in der Progressive Rock Abteilung des Tokyo Tower Wax Museums eingeweiht, der Bandkollege Lutz Ulbrich steht dort bereits seit mehreren Jahren und war Anlass für die wiedervereinigte Band (ja, mit Michael Hoenig) drei Konzerte in Tokio Shibuya-Bezirk zu spielen. Diese Konzerte wurden als Mehrspur-Aufnahme mitgeschnitten und als Live-Album mit dem passendem Titel “Shibuya Nights“ veröffentlicht.
Wenn ich nun ehrlich bin habe ich mich nie sonderlich für Live-Alben interessiert, und solltet ihr auch so denken begeht ihr speziell bei diesem Werk einen Fehler, denn falls man nicht alle Werke der Truppe im Regal hat erhält man einen sehr guten Eindruck von ihrer Musik der letzten 40 Jahre. So gibt es auf “Shibuya Nights“ fünf Stücke von “Malesch“, fünf Stücke von “2nd“, zwei Stücke aus dem mir bekannten Werk “River Of Return“ und zwei neue Kompositionen. Man kann die CD also auch als eine Art Best Of ansehen.
Eigentlich sollte diese Rezension schon lange fertig sein. Eigentlich, denn immer wieder vergesse ich das Schreiben während ich den feinen Klängen der Tasten, der Gitarren und der Rhythmusfraktion lausche. Ja, schon bei den ersten Tönen von You Play For Us Today bin ich wie hypnotisiert und vergesse Zeit und Raum, so fesselnd wirkt die Musik auf mich. Sahara City kommt mit arabischer Perkussion, da lobt man heutige Bands wie z.B. MYRATH (die kommen ja aus Tunesien und haben es logischer Weise drauf) für das einbringen derartiger Klänge, dabei haben die deutschen AGITATION FREE das schon vor 4 Jahrzehnten gemacht. Respekt! Im weiteren Verlauf mündet diese Nummer in eine vielschichtige, von Synthesizern dominierte Nummer. Mittlerweile donnert Shibuya Nights mit schwerer Perkussion aus den Boxen; das Donnerwetter wird von zarten Gitarrensounds und elektronischen Klängen untermalt. Kräftig improvisiert wird bei Dialogue & Random, normalerweise wäre ich eher genervt, hier jedoch erhöht es die Spannung auf weitere Klangfolgen. Duellierende Gitarren-Soli veredeln Laila, während der Bass eher monoton ertönt. Die beiden Ukulelen (mit dem japanischen Schauspieler Issey Ogata als Gastmusiker) und die elektrische Slide-Gitarre prägen das Klangbild auf Das Kleine Uhrwerk.
Gustl Lütjens, Burghard Rausch, Lutz Ulbrich, Michael Günther und Michael Hoenig sind grandiose Musiker, die auf “Shibuyah Nights“ mit ihrem Können von der ersten Minute bis zur 74. Minute eine derartige Spannung erzeugen, das ich zu keiner Zeit den Gesang vermisst und alles um mich herum vergessen habe. Wenn ihre Musik eine derartige Wirkung auf mich in meinem heimischen Wohnzimmer ausübt, wie wirkt sich die Musik dann erst Live gespielt aus? Nun, wer die Gelegenheit hat kann sich auf diese Frage eine Antwort am 20. März bei dem Live-Gig in Berlin holen, der genaue Ort steht in unseren Veranstaltungsterminen zu lesen.
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