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Then Again Live
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Argus - Then Again Live
Argus - Then Again Live, Talking Elephant, 2008
Andy Powell Guitars & Vocals
Jyrki "Muddy" Manninen Guitars & Vocals
Bob Skeat Bass & Vocals
Joe Crabtree Drums
Länge: 73 Min 40 Sek Medium: CD
1. Intro by George Taylor Morris7. Argus - Blowin' Free
2. Real Guitars Have Wings8. Argus - The King Will Come
3. Mountainside9. Argus - Leaf And Stream
4. Growing Up10. Argus - Warrior
5. Argus - Time Was11. Argus - Throw Down The Sword
6. Argus - Sometime World12. Way Of The World

Hossa, ist denn jetzt Weihnachten? Jetzt gibt es "Argus" nicht nur einmal, sondern gleich zweimal neu, und das von zwei WISHBONE ASHs, und das mir, der seit den 70er-Jahren des vorigen Jahrhunderts ASH-Fan ist! Wie soll da nicht die Objektivität leiden? Auf keinen Fall ist hier Platz für irgendwelche Späße und Witzchen - this is serious business!

Fangen wir also mit Andy Powells ASH an (APWA), dann eine zweite Review mit Martin Turners W.A. (genau: MTWA), und dann eine Zusammenfassung. Und nein - ich werde nicht nach Zeilen bezahlt (noch nicht, ey, Fred...) [Zeilenhonorar ist schlecht, der Mut zum Füllzeichen nimmt dadurch beträchtlich zu…; F.]
Also, was nun APWAs Version von "Argus" angeht, ist diese recorded live am 6. Mai 2008 bei einer XM Satellite Radio Studio Session in Washington D.C. Damit ich mich noch ein bisschen vor dem Urteil drücken kann: der Sound ist zwar ok, glasklar und differenziert - aber der Bass hätte ein bisschen druckvoller kommen können. Auch sind die Gitarren sehr, sehr geschmackvoll und un-aggressiv produziert - und auch hier hätte ich mir etwas mehr Power gewünscht, etwa bei Way Of The World, wenn die Riffs kommen und den schnelleren Teil einleiten - da ist zu wenig Power im Ton.
Nach einigen Anfangsschwierigkeiten kommen die Vocals auch ok, man trifft fast immer den richtigen Ton zur richtigen Zeit. Anmerkung: der ABBA Effekt tritt ein - ASHs Gesangslinien sind doch komplizierter als man gemeinhin denken mag, genau wie man von den ABBA-Songs sagt. Was man dann merkt, wenn jemand anders singt - Martin Turner ist definitiv der WA Sänger, und zwar kein so schlechter wie ich zugegebenermaßen immer dachte, und "Argus" ist genau auf seine hohe Stimme zugeschnitten.

Die Player: Die Gitarren - Andy ist rechts und Muddy links zu hören - sind natürlich über jeden Zweifel erhaben, ergänzen sich wo nötig, und wer von Andys Solo etwa auf The Sword keine Gänsehaut kriegt, tja... Und Manninen tut Powell gut, denn der ist immer dann gut, wenn sein Mitspieler gut ist. Manninens Wah-Wah-Solo auf World - Hut ab. Hier gibt es dann auch eines der Markenzeichen ASHs: das Guitarduell. Aber alles passend und in der richtigen Länge. Und auch Powell trifft live alle Töne, auch in den schwierigen Passagen etwa bei Time Was. Neulich, auf der ZZ TOP "Live From Texas", war Mr. Gibbons nicht ganz so in Form.
Der neue Drummer fügt sich ebenfalls gut ein, obwohl ich bei Ray Weston fand, sein etwas mehr swingendes Spiel passe ausgezeichnet zu den ASH-Songs.

Die Songs: Neben den "Argus" Tracks gibt es noch ein paar neuere, das grandios swingende Real Guitars als Intro, und Way Of The World als Rausschmeißer, Phoenix revisited.
So, nun aber zur Sache und der Frage aller Fragen: Wer und warum braucht man "Argus" nun noch mal, ob live oder Studio? Himmel, ich habe gefühlte 50 ASH Live-CDs, und auf jeder einzelnen sind Tracks von "Argus" drauf - Sword, "The King Will Come, Blowin' Free, Time Was - alles vorhanden, in zig Versionen. Und die Tatsache, dass sie nun hintereinander kommen - was soll's?
Powell sagt beim Intro, dass bei einer Show in London ein paar Tage vor der auf der CD die Sache "went really well, ... it brought a tear to the old eye". Tja, und das ist es dann wohl. Man hört "Argus" in einem Stück so gut wie lange nicht, und mit genau dem Quäntchen Gefühl mehr, das den Unterschied zwischen 'einem' und 'dem' Konzert ausmacht. Ganz davon abgesehen, dass das eben ein unglaublicher Haufen von absolut unübertroffenen Songs ist, sind sie so dargebracht, wie es ihnen gebührt. Werktreue war hier das Motto. Soll heißen, es ist zwar live, mit kleinen Abweichungen hier und da, aber ohne dass auch nur ein Song ansatzweise 'überarbeitet' wäre. Es sind die Songs in der Form, in der wir sie kennen und lieben, vorgebracht vor einer Audience von vielleicht 50 Leuten. Und zwar werden sie kammermusikalisch fein ziseliert dargebracht. Man hat das Gefühl, die Jungs spielen in deinem Wohnzimmer (ja, und stell' dir das mal vor!). But man, this is rock'n'roll, it ain't chamber music. Und daher fehlt am Ende bei aller geschmackssicheren Darbietung (und Powell hat mal sinngemäß gesagt, WA wären immer um geschmackvolle Musik bemüht gewesen - zweifelsohne) doch ein Quäntchen Powell, äh, Power.

Summa summarum: "Argus" oder nicht, "Live Dates III / Paris" oder etwa "Allmighty Blues" enthalten rockigere Versionen der guten alten Bekannten (und im Falle von "III" auch neuere Versionen von anderen ASH-Klassikern).
Klar, als APWA Fan kauft man das hier sowieso, insbesondere wenn man erst später, sprich in den 90ern, zu ASH gefunden hat. Und das ist natürlich kein schlechtes Album, sondern eins in der Art: Du denkst vielleicht immer noch "Was soll's?", legst die CD bei einer Autofahrt ein, und bei den ersten Takten von Real Guitars ist das alles weg, und du trommelst auf dem Lenkrad rum und hast dieses saublöde Grinsen auf dem Gesicht, das sich einstellt, wenn etwas genau den Kern trifft. Upps, die Ampel hätte ich jetzt fast nicht gesehen.
Aber: APWA haben diese Trax eben so oft gespielt, dass jegliches bisschen Innovation fehlt, eben ein Quäntchen Power, äh, Powell. Sprich: Andy, Mann, man hätte ja so etwa in der Art von "Bare Bones", also neuere oder adaptierte Versionen spielen können; dass hier kannst Du doch im Schlaf. Wolltest Du diesmal nicht, ich weiß, aber wann dann?

Dietrich Gastrock, (Artikelliste), 26.12.2008

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