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Double Diamond

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Double Diamond
Double Diamond, Rise Above Records, 2011
Bill Steer Guitar, Vocals
Ludwig Witt Drums, Percussion
Smok Smoczkiewicz Bass
Produziert von: Bill Steer Länge: 35 Min 45 Sek Medium: CD
1. Soul Saviour6. A Wing And A Prayer
2. Ruined7. A Pound Of Flesh
3. Bright Lights8. Arabesque
4. For Crying Out Loud9. Lose Your Delusions
5. Farewell10. Pantomime

Langweilig. Laaaaannngweilig!!! Gott, ist das langweilig.

Was mache ich denn bloß anstatt … was? Nein, nicht die CD ist langweilig. Wie kommst Du denn da drauf! Die ist möglicherweise (wie immer) das Beste, was ich bis jetzt von FIREBIRD zu Hören bekommen habe (das melodischste allemal), und die waren immer schon gut. Möglicherweise haben wir hier einen sehr gereiften Bill Steer an der Gitarre und - Achtung! - auch am Mikrophon wird der Mann immer besser. Möglicherweise haben wir hier die besten Classic Rock Songs in FIREBIRDs Karriere ….

Langweilig ist, immer wieder sagen zu müssen, wie gut das ist. Das man das unbedingt kaufen sollte. Denn das ist die Quintessenz aus zahlreichen Durchläufen. Fast ohne Fehl und Tadel, und auf einem Niveau, das andere Bands vor Schamesröte die Instrumente auf den nächstbesten Acker werfen in der Hoffnung, dass sie dort bessere Erträge bringen.
Die Überraschung ist Drummer Ludwig Witt, der hier mit seinem sehr 'körperlichen' und wuchtigem Spiel nahe an LED ZEPs 'Bonzo' Bonham rankommt; auch HEEPs Lee Kerslake bietet sich als Vergleich an. Ständig passiert irgendwas, ein wahrer Wunderwerker am Schlagzeug bietet er Abwechslung, wo es Not tut und hält den Ball flach, wenn es songdienlich ist. Und die Songs, zwar im Bereich Hard/Blues Rock angesiedelt, sind wie schon früher kein einfaches Rumgebolze, sondern vielschichtig aufgebaute, das Herz und Hirn erfreuende Beispiele zeitgemäßen Classic Rock Songwritings.

Die erste Hälfte der CD stürmt songmäßig nach vorne; bei Farewell wird es dann etwas für kurze Zeit etwas gemächlicher, bis der ZEP-typischer Shuffle Pound Of Flesh Witt ein paar Breaks zaubern lässt, so locker aus dem Handgelenk gespielt, das man eigentlich nur "Mehr! Mehr!" rufen will. Mit Arabeske und Pantomime gibt es dann noch zwei weitere Beispiele der eher balladesken Seite von FIREBIRD, die sehr melodisch, aber dennoch druckvoll daherkommen; und Steer kann wunderbare Beispiele seines melodischen Solospiels darbringen.

Verglichen mit "Grand Union" und - noch früher - etwa "No. 3"geht es alles in allem vielleicht melodischer (poppiger eigentlich; aber im Kontext mit FIREBIRD will diese Vokabel einfach nicht passen) zu; aber letztlich sind beide Alben fast wie zwei Seiten einer Medaille. Erinnerte "Grand Union" zeitweilig sehr an GRAND FUNK, nicht zuletzt wegen des wie Mel Schacher daherkommende Basspiels Smok Smoczkiewicz', so ist das hier etwas zurück gedrängt (Band Info fehlte uns übrigens; ich gehe einfach davon aus, dass das Winning Team nicht verändert wurde), und man hat am Songwriting noch etwas mehr gefeilt und verläßt sich nicht merh so sehr auf 'The Riff' (courtesy Jimmy Page) - also bietet sich dem Hörer eine Weiterentwicklung. Sozusagen wie die frühen und späten GRAND FUNK (nur, keine Angst, nicht so poppig wie das damals der Fall war). Wer allerdings die frühen FIREBIRD verehrt, könnte das hier unter Umständen etwas weichgespült finden.

Der Sound wurde ebenfalls von CD zu CD voller und satter; aber letztlich steht FIREBIRD drauf und ist FIREBIRD drin. Laaaaaaaaangweilig!!! Kaufen. Erscheint am 28.2. wer nicht warten kann, wende sich an den japanischen Dealer seines Vertrauens - in Japan ist die CD auf dem Markt.

Dietrich Gastrock, (Artikelliste), 13.02.2011

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